Malcolm X.
Gut, “Malcolm X” mit Denzel Washington in der Hauptrolle und Spike Lee hinter der Kamera sollte man eigentlich gesehen haben, wenn man Amerikanistik studiert hat. *Schäm*. Aber ich kann immerhin sagen: Ich habe das Buch gelesen und meine damalige Dozentin hat ein tolles Buch über Malcolm X. und Martin Luther King geschrieben. So. Egal, jedenfalls hab ich den Film jetzt gesehen. Drei Stunden lang wird der große Freiheitskämpfer und Rebell porträtiert, und ungefähr eineinhalb Stunden davon finde ich auch wirklich gut. Was mich allerdings stört, ist dass Malcolm X. nicht in die damaligen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse eingefügt wird. Als nichtsahnender Zuschauer erfährt man wenig von der Rassendiskriminierung und -trennung, von den ständigen Repressalien und Drangsalierungen, die Afro-Amerikaner im Alltag erdulden mussten. Dieser Leidensdruck machte doch Siegeszüge wie den von Malcolm X. erst möglich. So steht er als religiös motivierter Einzelkämpfer da. Auch seine Rivalität zum friedlichen Martin Luther King wird nur am Rande gestreift. Das Ende dann gerät übertrieben pathetisch und hat mich genervt. Alles in allem eine fantastische schauspielerische Leistung von Washington, eine wichtige und erzählenswerte Geschichte, die aber in dieser filmischen Version doch einiges vermissen lässt.












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