How to Podcast
Wie funktioniert Podcasting? Viele von Euch möchten nun selber mit dem Podcasting anfangen und fragen mich, wie das funktioniert. Tja, liebe Leute, ich bin leider kein Audio-Profi, ich kann Euch nur einige ganz subjektive Tipps geben. Ich empfehle Euch hier ausdrücklich nur Dinge, die ich selbst ausprobiert habe und gut finde.
Die Faulen können wieder reinhören, die anderen lesen unter diesem Player einfach weiter.
Also:
CHECKLISTE:
Unbedingt nötig:
1. Mikrofon
2. Computer mit Internetzugang (am Besten DSL) und Software zum Aufnehmen
3. Server, auf dem die MP3-Dateien liegen und RSS-Feed
Fleissaufgaben:
4. Homepage
5. ID3-Tags
6. Eintrag in Verzeichnisse
7. MP3-Gain
8. Mischpult für Effekte
9. Musik
Genauer:
1. Mikrofon
Kondensator- oder Dynamisches Mikrofon? Großmembran oder nicht? Ausprobieren: Es gibt leider nicht das eine tolle Mikrofon, das bei jedem funktioniert und super klingt. Hier müsst Ihr leider ausprobieren. Ich selber habe ein Kondensator-Mikrofon.
Erst mal loslegen, dann nach und nach aufrüsten: Ich empfehle Euch für den Anfang, nicht zu sehr auf die Technik zu schauen. Nehmt das eingebaute iBook-Mikro oder ein altes, das irgendwo rumliegt, und probiert es einfach mal aus. Wenn Ihr merkt, dass Podcasting wirklich ein gutes Hobby für Euch ist und Ihr das weitermachen wollt, könnt Ihr “aufrüsten”. Am Anfang ist das echt nicht wichtig!
Achtung, Phantomspeisung: Beim Kauf solltet Ihr aber auf eines achten: Falls Ihr mit einem Mischpult arbeitet, müssen sich Mikro und Mischpult “vertragen”. Bei mir hat beispielsweise das Mischpult keine so genannte Phantomspeisung, das Mikro selbst aber schon (das heißt es hat eine kleine Batterie drin, damit es genug Saft bekommt). Das erste Mikrofon mit dem ich zufrieden war: the t.bone EM900 Kondensator Mikrofon Nach vielen Tiefschlägen hatte ich endlich ein günstiges Mikro, das echt gut klingt. Habe später dann aber nochmal aufgerüstet, und zwar auf das wunderbare AKG C1000S. Dabei bin ich geblieben.
Mikrofon-Zubehör:
the t.bone WINDSCHUTZ WS50: Damit es nicht ploppt beim Quatschen, vor allem bei “p” wie ploppen. Wichtig! Natürlich geht es auch hier teurer, wenn man beispielsweise gleich einen richtigen Ploppschutz kauft, das ist so ein kleines Netzchen, das man vor das Mikro spannt.
The Sssnake SM6BL Mikrokabel
Tja, was soll ich sagen. Ich bin mehr Mädchen als Audioprofi, also war mir wichtig, dass es blau ist und schöööön.
6 Meter Länge sind vielleicht etwas übertrieben für meine Zwecke… Es hat mir aber sehr geholfen bei meiner geliebten Gewitterfolge!
K&M 231/1 Tischstativ
Ohne Stativ gibt es “Raschelgeräusche”, so steht das Mikro immer schön fest auf dem Tisch. Gibt auch höhere Versionen. Mittlerweile benutze ich einen so genannten Galgen, damit ich im Stehen podcasten kann.
2. Computer mit Internetzugang (am Besten DSL) und Software zum Aufnehmen
Versteht sich eigentlich von selbst, dass man einen Internet-Zugang braucht, oder? Je schneller desto besser, sonst dauert das Hochladen der MP3-Dateien ewig und Ihr verliert die Lust daran.
Ob Mac oder PC ist eigentlich egal, es gibt für beide Systeme gute Software zum Aufzeichnen und Hochladen.
Sehr verbreitet ist mittlerweile die Software Audacity zum Aufzeichnen. Ich verwende sie auch oft, wenn ich am PC schneide, und das Beste: Sie ist kostenlos! Also:
Datei -> Einstellungen -> Audio E/A
unten MONO auswählen (Stereo braucht Ihr nur, wenn Ihr viel Musik spielt, für Stimme reicht Mono). Wobei ich gestehen muss, dass ich mittlerweile immer alles in Stereo mache. Faustregel: Bei Stereo ist eine Minute ungefähr 1 MB groß. Bei Mono passt doppelt so viel rein, also zwei Minuten.
Datei -> Einstellungen -> Qualität
Standard Samplefrequenz: 44100 Hz
Standard Sampleformat: 16 bit
Echtzeit Samplekonvertierung: Fast Sinc Interpolation
High Quality Samplekonverter: High Quality Dither
Echtzeit-Dithering: Keine
High-Quality Dither: Dreieck
Datei -> Einstellungen -> Dateiformate
Hier müsst Ihr zusätzlich den so genannten LAME Encoder installieren, damit Ihr später die Files als MP3 umwandeln und exportieren könnt. Ihr stellt dann unten bei MP3-Exporteinstellungen Bitrate 64 ein für reine Mono-Sprachaufnahmen, für Musikpodcasts bietet es sich an, 128 kbit und Stereo einzustellen.
Beim Aufnehmen (roter Knopf) müsst Ihr darauf achten, dass rechts im Drop-Down-Menü das richtige Feld eingestellt ist. Also entweder Mikrofon, Stereo-Mix (wenn Ihr Clips vom gleichen PC mit dazuspielt) oder Line-In (wenn Ihr eine externe Soundquelle habt, die am Line-In hängt). Näheres zu Audacity (Schnitt, Montage etc.) findet Ihr in deren Hilfeseiten.
Auf dem Mac nehme ich mit Garageband auf, war zwar gewöhnungsbedürftig, aber da Audacity bei mir immer abstürzt auf dem Macbook habe ich mich umgestellt und bin mittlerweile ganz zufrieden damit.
3. Server, auf dem die MP3-Dateien liegen und RSS-Feed
So, Ihr habt jetzt also sozusagen einen Podcast “eingequatscht” und ihn als MP3 abgespeichert in audacity (Datei -> Exportieren als MP3). Jetzt muss die MP3-Datei irgendwie veröffentlicht werden. Zwei Dinge sind dabei wichtig:
1. Ihr braucht einen Server, auf dem relativ viel Platz ist und mit hoher Bandwidth, falls plötzlich 1000 Leute Euren Podcast hören wollen.
2. Ihr braucht einen so genannten RSS-Feed. Das ist eine Datei, die den Computern von Euren Hörern mitteilen, wo sie die MP3s finden können. Noch viel wichtiger: Der RSS-Feed schlägt sofort Alarm, wenn ein neuer Podcast hochgeladen wurde, damit die Hörer immer die neueste Folge hören! Mein Tipp für den Anfang: Macht das mit dem RSS-Feed nicht selber. Es ist zwar nicht soooo kompliziert, aber es lenkt extrem vom Podcasting ab! Überlasst das Profis, bei denen es garantiert funktioniert. Ich bin mit einigen meiner Podcasts bei www.podhost.de, mit anderen beim amerikanischen Ableger www.libsyn.com mit ähnlichen Preisen (und ich krieg nix für Werbung, keine Angst, aber ich bin echt zufrieden mit dem Service!). Dort funktioniert es so: Ihr ladet eine neue Datei hoch und automatisch wird sie in den RSS-Feed eingefügt. Ihr könnt dann noch einen kurzen Text dazu schreiben, und schon ist das Ding online. Super schnell und unkompliziert! Mittlerweile gibt es noch mehr Dienste, probiert es einfach aus.
FERTIG IST DER PODCAST!
Aber es gibt natürlich auch noch Fleissaufgaben:
4. Homepage
Braucht man als Podcaster eine Homepage? Ganz klar: Nein. Aber ich finde es immer schön, wenn man mehr Infos bekommt und ein wenig Stöbern kann, während man einen Podcast hört. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt!
Falls Ihr keine Ahnung von HTML, FTP und dergleichen habt, empfehle ich Euch eher ein Audio-Blog. Ich hatte das im ersten Monat auch, und zwar so wie Adam Curry (schaut wie das aussieht auf www.dailysourcecode.com). Man kann es selber gestalten, Farben ändern, Logos einfügen. Adam ist da eher spartanisch. Ich hatte den Blog wie Adam bei RadioUserland, es gibt aber noch viele andere Anbieter, die auch die Einbindung von MP3 erlauben. Die Bedienung dieser Blogs ist super einfach, und man hat automatisch so einen kleinen Kalender und eine Kommentarfunktion pro Seite etc. Praktisch ist, dass diese Blogs schon fix und fertig dabei sind, wenn man ein Podcast-Konto aufmacht bei Podhost oder Libsyn. Sehr empfehlenswert für etwas Fortgeschrittene ist auch www.wordpress.de als Redaktionssystem, das Plug-In Podpress hilft bei der Einbindung von MP3-Dateien.
5. ID3-Tags
Damit die Hörer wissen, was sie da eigentlich hören, solltet Ihr die ID3-Tags gewissenhaft beschriften. Ich mache das ganz einfach in iTunes. Also einfach den neuen Podcast VOR DEM HOCHLADEN in iTunes öffnen, markieren und Strg+i (für Info) drücken. Dann könnt Ihr dort alle Daten eingeben. Wichtig ist neben dem Titel vor allem das GENRE (Podcast)!
Bei ARTWORK/Cover könnt Ihr dann noch ein Logo als JPG eingeben, am Besten geeignet ist 300×300 Pixel, weil das die iTunes-Größe ist.
Seit iTunes gibt es übrigens spezielle Tags, damit iTunes die auch lesen kann (da ist dann auch ein Bild integriert). Darüber schreibe ich jetzt hier nicht extra was - denn wenn Ihr bei Podhost seid, dann funktioniert auch das zum Glück automatisch.
6. Eintrag in Verzeichnisse
Es gibt viele Podcast-Verzeichnisse da draußen, in die man sich eintragen lassen kann, um neue Hörer zu gewinnen. Beispielsweise das berühmte PodcastAlley, das deutsche podster.de oder natürlich auch iTunes (das wohl mittlerweile am wichtigsten ist). Alle diese Verzeichnisse haben eine Möglichkeit wie “Add Your Podcast” irgendwo auf der Seite versteckt. Da tragt Ihr dann Euren RSS-Feed ein und Eure Homepage, sofern vorhanden. Bei iTunes müsst Ihr offenbar noch Geduld haben, die sind extrem langsam, neue Einträge anzunehmen.
7. MP3-Gain
Ziemlich nervig ist es für Hörer, wenn ein Podcast total laut ist, der nächste aber extrem leise. Podcaster Mike von der Podparade hat mich daher auf ein super Programm gebracht, das dafür sorgt, dass alle MP3 die gleiche Lautstärke haben. VOR DEM HOCHLADEN also kurz das File checken und gegebenenfalls angleichen lassen. Die kostenlose Software heißt MP3Gain.
8. Mischpult für Effekte
Musik dranbasteln mit Audacity: Früher oder später wird es Euch nicht mehr genug sein, nur Eure eigene Stimme aufzunehmen. Ihr wollt Hundegebell, Musik oder ähnliches dazumischen? Kein Problem. In Audacity könnt Ihr mehrere Spuren schneiden, nachdem Ihr aufgezeichnet habt.
Externe Soundquelle: Wem das zu blöd ist, der kann natürlich auch gleich live beim Aufnehmen mischen. Dazu braucht man dann eine Soundquelle (in meinem Fall ein MacBook zusätzlich zum Windows-Rechner, kann aber beim Mac auch der Mac selbst sein), die man dazuspielt. Hier ist jedes Setting anders. Bei meiner Soundkarte kann leider nicht gleichzeitig Sound abgepielt und aufgenommen werden. Daher benutze ich den Laptop zusätzlich.
Mischpult: Damit ich die Anfangsmusik beispielsweise nicht lauter als meine Stimme ist, habe ich ein Mischpult, um das zu regeln. Hier kann sich ein Gast wie Timo in der 100. Folge auch “einklinken” mit seinem Mikro. Ich habe das kleinste Mischpult genommen, das reicht mir völlig.
9. Musik
Vorsicht, GEMA! Ich habe für mich selbst beschlossen, dass mein Podcast ein Sprach-Podcast bleiben soll. Viele aber machen schöne Musik-Podcasts. Dabei müsst Ihr aber aufpassen: Ihr dürft nicht einfach Eure Lieblings-CDs spielen, denn die unterliegen der GEMA-Pflicht. Das ist auch richtig so, denn die Musiker sollen schließlich Geld an ihrer Musik verdienen. Die GEMA hat einen Podcaster-Tarif, aber der kommt für mich ganz und gar nicht in Frage.
Es gibt mittlerweile einige Quellen, wo man Musik von unbekannten Künstlern umsonst verwenden kann, wenn man natürlich den Bandnamen nennt und die Quelle. Ich habe so meine Anfangsmusik von THE RANTINGS OF EVA bekommen. Sicherheitshalber habe ich die Band noch per Mail angeschrieben und ihr Einverständnis bekommen. Gefunden habe ich die Band auf www.garageband.com. Groß ist auch www.podsafemusicnetwork.com.
Heute sieht mein Setup nicht mehr so aus (siehe Text):

Ich quatsche in das Mikrofon (AKG C1000S), meine Stimme wandert in das Mischpult. In dieses Mischpult läuft auch das MacBook rein, von da feuere ich Soundschnipsel und anderes ab. Vom Mischpult saust das Signal in den Zoom H-4. Fertig. Vom Zoom ziehe ich die WAVE-Datei wieder in den Computer und bearbeite da mit Wavelab noch nach. Das Foto stimmt nicht mehr - den Kompressor von Behringer Composer Pro-XL MDX2600 habe ich mittlerweile rausgeschmissen, dafür ein etwas größeres Mischpult (jetzt Xenyx502).
Für Aufnahmen draußen benutze ich den fabelhaften Zoom H-4 und früher den MiniDisc Recorder Sharp IM-DR580H(S).
FÜR STATISTIKER:
Zähler: Um einigermaßen einen Überblick darüber zu bekommen, wie viele Leute auf meine Seiten surfen, habe ich den unsichtbaren und hervorragenden (kostenlosen) Zähler von http://www.statcounter.com/ eingebaut, der zeigt Euch sogar, aus welchen Städten der Welt Ihr Hörer habt.












Ich mache seit 2005 diesen Podcast hier, und ich liebe es nach wie vor. Eigentlich bin ich Journalistin. Mehr zu mir gibt es 




