European Podcast Award
Geschafft. Im doppelten Sinne. Bin gerade wieder daheim angekommen und sitze am PC, während draußen die Sonne scheint. Blöd eigentlich. Aber ich hab ja versprochen, Euch ein bißchen was zum European Podcast Award zu erzählen, der gestern verliehen wurde. Also: Los ging’s mit Air Berlin nach Hamburg, dort dann in S-Bahn Nummer eins, weiter in S-Bahn Nummer zwei (liebe Hamburger, könnt Ihr Euch keine Rolltreppen in beide Richtungen leisten? Kofferschleppen ist auch abwärts doof!) und dann am Wasser entlang zum Hotel Mercure. Dort dann nach ein wenig Aufhübschen gleich mit Norman Osthus vom Normcast weiter zur Reeperbahn. Die sieht ja doof aus bei Tag! Aber egal, das ist jetzt nicht das Thema. Angekommen bei der Bar On Air (Spielbudenplatz 22) stand auch schon die gute Nicole Simon da, das allgegenwärtige Zigeunerwesen unter den deutschen Zwonullern. Schön, sie mal wiederzusehen, das letzte Mal hatte ich beim Münchner Frauenbarcamp das Vergnügen.
Jedenfalls waren wir pünktlich da und somit uncool, weil außer uns kaum jemand da war, der da nicht arbeitete. Egal. Wir haben aber gleich Diana O’Carroll kennengelernt, eine junge Britin aus Cambridge, die extra angereist war, um den Preis für den besten Non-Profit Podcast entgegenzunehmen. Eigentlich ist sie studierte Archäologin, wie ich später herausfand. Sehr spannend! Dann stand plötzlich noch ein netter Herr neben mir, und das war der spanisch parlierende Schotte Mark Pentleton von “Coffee Break Spanish”, der später mit dem “Professional Podcast”-Award ausgezeichnet wurde. An dem habe ich natürlich gleich einen Narren gefressen, weil er ein wahrlich erfolgreiches Sprachenlern-Imperium aufgebaut hat und davon leben kann. Beneidenswert!
Wen traf ich noch? Den einen der beiden Wolfgangs vom Computerclub 2, dann natürlich die gute Podcast-Seele Deutschlands Fabio Bacigalupo von podcast.de und die liebe Anette vom Multimediakontor Hamburg. Wir haben alle gequatscht was das Zeug hielt, und das war wirklich das Schönste am Abend. Das Zweitschönste war für mich der Service des On Air-Personals – ich habe wirklich, wirklich, wirklich noch nie so aufmerksame Kellnerinnen erlebt! Grandios.Dann waren da noch zwei Spanier, die auch einen Preis bekamen. Noemi, die einen Preis für eine Aktion mit Aufklebern bekam. Aha.
Was gibt es noch zu sagen? Tja, außer uns waren noch engagierte Dokumentatoren zugegen, bestehend aus zwei netten Fotografen und einem Kameramann, der uns schön anstrahlte, während Radiomann Ulli Harraß uns alle interviewte mit philosophisch angehauchten Fragen. Der Rest der Truppe bestand aus zumeist beanzugten Herren, die kein weiteres Interesse an uns (nicht englischsprachigen) Podcastern zeigten. Trotzdem nett, dass sie da waren – immerhin hat ihre Firma die Kohle rausgerückt für den Abend.
Die Preisverleihung bestand dann darin, dass die bemikrofonte Nicole Simon nach Fanfarenklängen mit Hilfe von Michel Mertens die Preise verlieh (leider ohne Oscar-ähnlichen Handshake!). Eine hundsschwere Trophäe mitsamt einem kleinen Aufnahmegerät, das ich noch nicht getestet habe. Die Trophäe macht wirklich was her, wobei wir natürlich witzelten, was man damit noch so alles machen könnte: Sie wäre ein wunderbarer Totschläger, Briefbeschwerer, Türstopper oder eine Buchstütze. Mal sehen, was sie bei mir für einen Job übernehmen wird. Jetzt steht sie erstmal im Bücherregal.
Kritikpunkt Nummer eins ist und bleibt für mich: Wo waren die Podcaster? Wieso war das mitten in der Woche an einem Dienstag? Ich hätte so gerne mehrere von den nationalen Gewinnern kennen gelernt, aber außer den erwähnten war niemand da. Nicht einmal weitere deutsche Podcaster (zum Beispiel die hier). Sehr schade. Falls der Award wirklich zu einer jährlichen Veranstaltung wird, dann plädiere ich an die Entscheider, das Ganze zu einem Treffpunkt der Szene zu machen. Denn das fehlt in Deutschland. Gerne in alternierenden Städten, gerne mit alternierenden (Co-)Sponsoren.
Mein Resümee ist jedenfalls: Nette Gespräche mit netten Leuten, mal wieder ein wenig Klassentreff-Atmo, und endlich mal wieder Live-Kontakt zu “ausländischen” Podcastern, die einem ein bißchen was zu der Szene in ihren Ländern erzählen konnten.
Ach ja: Fotos von mir hab ich noch keine, es wurden aber viele gemacht. Angeblich werden alle Bilder demnächst bei Flickr hochgeladen (nächste Woche), mit den Tags EPA und European Podcast Award. Meine dunklen Knipsereien seht Ihr jetzt schon dort.
Offizieller Artikel auf dem EPA-Blog (mit Gewinnerfoto)
Normans Bericht und Video
Hier gibt’s alle Flickr-Fotos zu diesem Abend
Nachtrag: Nachdem ich gerade per Mail für meine Ehrlichkeit in diesem Beitrag angegriffen wurde, hier kurz noch der Hinweis: Ja, mir wurden Flug und Hotel vom Sponsor bezahlt. Und ja, ich freue mich über die Auszeichnung. Und nein, ich schreibe deswegen nicht, dass ich alles toll fand. Sorry. Der EPA ist noch ein Testballon, und nach jeder Veranstaltung kann man doch etwas lernen, nicht wahr? Dennoch habe ich den Beitrag Euch zuliebe etwas “redigiert”. Friede.

Ich mache seit 2005 diesen Podcast hier, und ich liebe es nach wie vor. Eigentlich bin ich Journalistin. Mehr zu mir gibt es 









