3. September 2010 | Kategorie Buchtipp | Eine Reaktion
Ich mag Domian. Das mal vorneweg. Ich habe lange überlegt, warum das so ist. Habe seinen Night-Talk mit der neuen “Late-Line” der öffentlich-rechtlichen Jugendsender verglichen – wo ja wechselnde Moderatoren am Mikro sitzen. Was diese (bis auf Jens-Uwe Krause) nicht haben? Es ist glaube ich diese Mischung aus Einfühlungsvermögen, Nicht-Urteilens und Integrität. Domian hört zu. Er richtet nicht. Sagt aber trotzdem seine Meinung hin und wieder sehr deutlich. Er nimmt jeden Anrufer ernst. Er urteilt meist mit dem Herzen. Und so könnte ich jetzt noch eine Weile weitermachen. Nun hat dieser Jürgen Domian, die Nachteule des WDR, sein zweites Buch auf den Markt gebracht. “Der Gedankenleser” heißt es – und genau darum geht es. Ein Mann wird vom Blitz getroffen und kann daraufhin die Gedanken der Menschen hören, die ihm nahe kommen. Das ist zunächst mal seine Frau – und dass das nicht gutgeht, ahnt man schnell. Immer mehr Menschen trifft dieser Arne im Buch, und es sind die immer gleichen Gedanken: Obszönitäten meist, verachtende Sätze, Nichtigkeiten. Wirklich ehrlich scheint niemand zu sein.
Ich habe lange darüber nachgedacht: Ist das wirklich so? Denkt man den lieben langen Tag ständig an Sex und ist eigentlich genervt von seinen Mitmenschen? Mir geht es zum Glück nicht so. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Menschen in meinem nahen Umfeld selten etwas denken, das gegen mich gerichtet ist. Und ich schätze mich glücklich, dass dem so ist. Jedenfalls krempelt dieser Arne sein Leben um, als er die “Gabe” oder den Fluch entdeckt. Ich kann nur sagen: Gut, die Geschichte ist nicht neu. Aber das kritisiere ich nicht. Welche Geschichte ist schon neu? Was mich mehr stört, ist der allzu simple Erzählstil. Da ist keine Finesse, kein Wortwitz, eigentlich auch kein eigener Stil. Beim Lesen der ersten Seiten hat der Leser längst begriffen, was los ist – es wird ihm aber trotzdem noch ein paar Mal haarklein erklärt. Mehr Tempo hätte ich mir gewünscht.
Eines ist mir selten so klar geworden: Nicht jeder ist ein Autor. Ich mag Domian nach wie vor, er ist ein Genie in den Gesprächen, die er führt. Und seine Popularität sorgt dafür, dass sich auch sein Buch verkauft. Ich habe es gern gelesen, und auch ziemlich schnell – aber ich habe gemerkt, dass es mir wichtiger ist, ein Autor erzählt meisterhaft eine nichtige Geschichte, als dass ein Autor mir eine toll ausgeklügelte Geschichte erzählt – ohne Stil. Vielleicht war es auch gemein, dass ich gleich danach das Buch “Der Mann der durch das Jahrhundert fiel” von Moritz Rinke angefangen habe – sobald ich damit durch bin, gibt’s hier ebenfalls ein paar Zeilen dazu.
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Ich mag Domian. Das mal vorneweg. Ich habe lange überlegt, warum das so ist. Habe seinen Night-Talk mit der neuen "Late-Line" der öffentlich-rechtlichen Jugendsender verglichen - wo ja wechselnde Moderatoren am Mikro sitzen. Was diese (bis auf Jens-Uwe Krause) nicht haben? Es ist glaube ich diese Mischung aus Einfühlungsvermögen, Nicht-Urteilens und Integrität. Domian hört zu. Er richtet nicht. Sagt aber trotzdem seine Meinung hin und wieder sehr deutlich. Er nimmt jeden Anrufer ernst. Er urteilt meist mit dem Herzen. Und so könnte ich jetzt noch eine Weile weitermachen. Nun hat dieser Jürgen Domian, die Nachteule des WDR, sein zweites Buch auf den Markt gebracht. "Der Gedankenleser" heißt es - und genau darum geht es. Ein Mann wird vom Blitz getroffen und kann daraufhin die Gedanken der Menschen hören, die ihm nahe kommen. Das ist zunächst mal seine Frau - und dass das nicht gutgeht, ahnt man schnell. Immer mehr Menschen trifft dieser Arne im Buch, und es sind die immer gleichen Gedanken: Obszöni
3. September 2010 | Kategorie SiM-Episode | Eine Reaktion
Endlich, endlich, endlich hat das Warten ein Ende! Nach nichtmal fünf Tagen ist unsere iPhone App “Wiesn-Guide” im iTunes Store online und ich bin ziemlich aus dem Häuschen deswegen. Wie aufregend! Jetzt müssen wir nur noch sehen, dass sie in der Liste nicht mehr ganz unten steht, sondern endlich nach oben wandert… Wenn Ihr also 1,59 Euro übrig habt, schlagt zu! Hier ist der Link direkt zur App.
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Endlich, endlich, endlich hat das Warten ein Ende! Nach nichtmal fünf Tagen ist unsere iPhone App "Wiesn-Guide" im iTunes Store online und ich bin ziemlich aus dem Häuschen deswegen. Wie aufregend! Jetzt müssen wir nur noch sehen, dass sie in der Liste nicht mehr ganz unten steht, sondern endlich nach oben wandert... Wenn Ihr also 1,59 Euro übrig habt, schlagt zu! Hier ist der Link direkt zur App.
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1. September 2010 | Kategorie Buchtipp | Kommentar schreiben

“Erinnerungen eines Journalisten” ist dieses Buch untertitelt. Und ich habe es gern gelesen. Lojewski ist mir als ZDF-Mann in (guter) Erinnerung – dass er vorher lange Zeit so wichtig für die ARD war, war mir gar nicht bewusst. Seine Geschichte beginnt allerdings in wirren Kriegszeiten, er beschreibt die Flucht seiner Familie, die Entwurzelung, die Entfremdung vom Vater. Später geht es in Richtung Schule und Beruf, Lojewski war beim Militär, später bekleidete er die Traumjobs der Medienbranche als Außenkorrespondent. Die Erinnerungen wirken auf mich sehr ehrlich – Lojewski stellt sich nicht immer im besten Licht dar, sondern ist auch bereit, Fehler oder übertriebenes Verhalten rückblickend einzugestehen. Das zeugt von Größe. In vielen seiner Aussagen finde ich mich wieder, und das Schmunzeln kommt auch nicht zu kurz. Eine schöne Geschichte eines interessanten Journalistenlebens, gleichzeitig ein Geschichtsbuch voller politischer und historischer Fakten.
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"Erinnerungen eines Journalisten" ist dieses Buch untertitelt. Und ich habe es gern gelesen. Lojewski ist mir als ZDF-Mann in (guter) Erinnerung - dass er vorher lange Zeit so wichtig für die ARD war, war mir gar nicht bewusst. Seine Geschichte beginnt allerdings in wirren Kriegszeiten, er beschreibt die Flucht seiner Familie, die Entwurzelung, die Entfremdung vom Vater. Später geht es in Richtung Schule und Beruf, Lojewski war beim Militär, später bekleidete er die Traumjobs der Medienbranche als Außenkorrespondent. Die Erinnerungen wirken auf mich sehr ehrlich - Lojewski stellt sich nicht immer im besten Licht dar, sondern ist auch bereit, Fehler oder übertriebenes Verhalten rückblickend einzugestehen. Das zeugt von Größe. In vielen seiner Aussagen finde ich mich wieder, und das Schmunzeln kommt auch nicht zu kurz. Eine schöne Geschichte eines interessanten Journalistenlebens, gleichzeitig ein Geschichtsbuch voller politischer und historischer Fakten.
31. August 2010 | Kategorie SiM-Episode | Kommentar schreiben
Das ist echt wie in alten Podcasting-Zeiten – ich hab überhaupt gar nichts zu erzählen und bringe es doch auf 18 Minuten! So funktioniert Podcasting…
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